Eigenblutbehandlung

Im weitesten Sinne ist jede Behandlung mit eigenem, vorher entnommenen Blut eine Eigenblut-Therapie. Die einzelnen Behandlungsformen unterscheiden sich durch die Art der Blutaufbereitung außerhalb des Körpers und die Art der Rückführung des Blutes (z.B. intramuskulär, intravenös, über den Magen-Darmtrakt).

 Das Prinzip der Eigenbluttherapie, körpereigenes Blut als Fremdkörperreiz in den Organismus zu bringen und damit die Selbstheilungs- und Abwehrkräfte anzuregen ist nicht neu. Im alten China hat man den Patienten durch zahlreiche kleine Nadelstiche oder durch eine Kneifmassage Blutergüsse zugefügt und damit chronische Krankheiten, fieberhafte Infekte und Ekzeme behandelt. Die Vorgehensweise hat sich zum Glück verändert, aber die Krankheiten, bei denen die besten Erfolge der Eigenbluttherapien beobachtet werden, nämlich Infektanfälligkeit, Allergien und Hauterkrankungen, sind bis heute nahezu gleich geblieben.
 
 
Wie wirkt diese Therapie ?
Das folgende gilt für die konventionelle Eigenblut-Therapie. Die anderen Verfahren basieren teilweise auf völlig anderen Wirkmechanismen.
Der Effekt hängt sehr stark von der Eigenblutmenge, der Häufigkeit der Behandlungen, den zugegebenen Medikamenten und vor allem von der Ausgangssituation des Patienten ab. Die Eigenblut-Therapie ist grundsätzlich eine Reizkörpertherapie und kann je nach Anwendung stimulierend, umstimmend oder dämpfend wirken. Mit der Eigenblut-Therapie kann man in diesem Sinne viele Regulationssysteme des Organismus beeinflussen. Besondere Wirkungsschwerpunkte setzt man durch die Wahl eines geeigneten Zusatzmittels (z.B. Immunstimulantien, Ozon). So benötigt man beispielsweise bei akut "ausbrechenden" Infekten starke Reize (größere Eigenblutmengen, kurze Behandlungsabstände, Zusatz von Stimulantien), bei einer chronisch vor sich hinschwelenden Stirnhöhlenentzündung dagegen eher geringe Blutmengen in größeren Abständen. In welcher Weise ein Reiz wirkt, hängt auch entscheidend von der Konstitution des Patienten ab: Ein bei schwacher Konstitution schon stark wirkender Reiz bedeutet bei einer anderen Ausgangskonstitution vielleicht nur einen schwachen Reiz und umgekehrt. Bei chronischen Erkrankungen steht oft das Umstimmungsprinzip im Vordergrund. Man kann sich dies bildhaft wie das Aufschütteln eines alten Federbettes vorstellen: Die verklebten Federn werden aufgewirbelt und fallen anschließend locker in eine natürliche Lage zurück. Auch der Organismus soll durch eine solche Umstimmungstherapie in ein neues, natürliches Gleichgewicht finden.
 

 

Bei welchen Krankheiten wird eine Eigenblut-Therapie in der Erfahrungsheilkunde oft durchgeführt ?
Die folgenden Indikationen haben sich bei uns in der Praxis bewährt:

  • Akne
  • Akute und chronische Infektionen
  • Allergien
  • Altersabhängige Beschwerden
  • Chronische Erschöpfungszustände
  • Chronische Pilzerkrankungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Ekzeme (Hautausschläge)
  • Immunschwäche
  • Neurodermitis
  • Verschleißerscheinungen
  • Verzögerte Erholung nach schwereren Erkrankungen (Rekonvaleszenz)
  • Wechseljahrsbeschwerden (Schwitzen, Hitzewallungen)
  • Weichteilrheuma

    Bei der Eigenblut-Therapie handelt es sich um keine von der Schulmedizin anerkannte Behandlungsmethode. Die Anwendung erfolgt im Rahmen der Erfahrungsheilkunde. Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien zu den Wirkungen und Nebenwirkungen der Eigenblut-Therapie vor, Grundlage aller Angaben sind langjährige Erfahrungen einschlägig arbeitender Therapeuten.
     
    Was erwartet Sie ?
    Das aus einer Vene entnommene Blut wird ggf. mit naturheilkundlichen Mitteln gemischt und anschließend intramuskulär injiziert. Bei Akuterkrankungen (z.B. Infekten) werden solche Eigenblutinjektionen in kurzen Abständen (oft täglich) aber insgesamt nur wenige Male durchgeführt, bei chronischen Störungen gibt man 10-18 Injektionen über 5-14 Wochen.
    Bei Kindern läuft die Eigenblutbehandlung meist anders ab: Hier wird ein Bluttropfen aus dem Ohrläppchen gewonnen und daraus ein Mittel zum Einnehmen hergestellt (eine Eigenblutnosode). Dabei handelt es sich dann allerdings um ein homöopathisches Therapieprinzip.
     
    Hat die Eigenblut-Therapie Nebenwirkungen ?
    Die "Nebenwirkungen" der Behandlung resultieren aus der Wirkung: Der Körper beginnt sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die bisher nicht aufgearbeitet, die vielleicht nur symptomatisch unterdrückt wurden. Dies kann gelegentlich zu einer vorübergehenden Erstreaktion oder auch zu einer "Erstverschlimmerung" der eigentlich behandelten Symptome führen.