Mammografie

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Sie eignet sich zur Brustkrebsfrüherkennung, weil sie schon sehr kleine, nicht tastbare Tumoren in einem frühen Stadium sichtbar machen kann. Durch eine entsprechend frühe Behandlung verbessern sich in der Regel die Heilungsaussichten für die betroffenen Frauen entscheidend.

Auch nicht tastbare Veränderungen sichtbar
Die Mammographie kann Veränderungen auch weit unterhalb der gerade noch tastbaren Größe von einem Zentimeter sichtbar machen. Knoten, die sich erfühlen lassen, sind meist schon deutlich größer. Auch andere Veränderungen stellen sich nur im Röntgenbild dar: Kleine in Grüppchen zusammen liegende Kalkherde (so genannter Mikrokalk) sind Zeichen für Umbauvorgänge im Gewebe. Sie können erste Hinweise auf eine Vorstufe von Brustkrebs geben oder schon Teil eines bösartigen Tumors sein.


Ob es sich bei einem auffälligen Befund auf dem Röntgenbild um Krebs handelt oder nicht, kann durch eine Mammographie allein jedoch nicht mit letzter Sicherheit festgestellt werden. Wie alle anderen so genannten Bild gebenden Verfahren liefert sie Informationen, die durch andere Untersuchungsverfahren ergänzt werden müssen, bevor eine sichere Diagnose möglich ist.

Welche Symptome machen eine Mammographie notwendig?
Frauen sollten auffällige Veränderungen an der Brust einem Frauenarzt zeigen - nicht nur, weil es sich um einen Tumor handeln könnte. Auch harmlose Veränderungen müssen gelegentlich behandelt oder zumindest überwacht werden. Auffällige Veränderungen sind zum Beispiel:
· neu aufgetretene Knoten oder Verhärtungen in der Brust,
· neu aufgetretener Größenunterschied der Brüste,
· unterschiedliches Verhalten der Brüste beim Heben der Arme,
· Einziehung der Haut an einer Stelle oder Einziehung einer Brustwarze,
· Hautveränderungen der Brust oder der Brustwarze,
· einseitige wasserklare oder blutige Absonderungen aus einer Brustwarze,
· plötzlich auftretende, nicht mehr abklingende Rötung einer Brust,
· Überwärmung der Brust oder
· Knoten in der Achselhöhle.
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Risikofaktoren
Die Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs sind derzeit noch nicht voll zufriedenstellend geklärt. Es gibt jedoch eine Reihe von Faktoren, die bezüglich ihrer Mitwirkung bei der Entstehung von Brustkrebs gut erforscht sind.
Das Alter ist ein entscheidender Risikofaktor. Ab dem 30. Lebensjahr steigt das Risiko ein Mammakarzinom zu entwickeln stetig an. Frauen mit Menarche vor dem 12. Lebensjahr oder Menopause nach dem 55. Lebensjahr haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Frauen, die vor ihrem 20. Lebensjahr gebären haben gegenüber später gebärenden oder nicht gebärenden Frauen ein erniedrigtes Bruskrebsrisiko.
Weitere Risikofaktoren
Als weitere Risikofaktoren des Mammakarzinoms werden Adipositas, Alkoholabusus, eine fettreiche Ernährung und der Nikotinabusus diskutiert. 


Alarmzeichen im Sinne eines erhöhten Risikos sind:
· vorheriges Mammakarzinom der kontralateralen (gegenüberliegenden) Brust
· vorheriges Carcinoma in situ (Oberflächenkarzinom)
· Brustkrebs bei weiblichen Verwandten ersten Grades vor dem 40. Lebensjahr

 

Genetische Ursachen
Nur 5-10% der Mammakarzinome sind erblich bedingt. Bei etwa der Hälfte der an erblichen Formen des Mammakarzinoms erkrankten Frauen lassen sich Mutationen im BRCA1-Gen nachweisen. Bei einem weiteren Drittel der Fälle sind Mutationen im BRCA2-Gen nachzuweisen. Die Mutationen sind vielfältig und die Art der kanzerogenen (krebserregenden) Wirkung der beiden Gene noch weitgehend unklar.
Frauen, die Mutationen in diesen Genen tragen entwickeln bis zum 70. Lebensjahr fast zwangsläufig ein Mammakarzinom. Welche Rolle die beiden Gene bei der Entstehung der häufigeren sporadischen Mammakarzinome spielen ist gegenwärtig nicht klar. 

 

Reicht die Mammographie zur Abklärung von Symptomen aus?
Der Mammographie geht eine körperliche Untersuchung durch den Arzt voraus. Dazu gehört das Abtasten der Brüste und der Achselhöhlen. Auch wird der Arzt nach Beschwerden oder anderen Auffälligkeiten fragen, zum Beispiel während der Regelblutung.

 

Ergänzend zur Mammographie ist unter Umständen eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll. Mit ihr lassen sich vor allem flüssigkeitsgefüllte Zysten sehr gut erkennen und von Knoten aus dichtem Gewebe unterscheiden.
Bei jüngeren Frauen mit noch sehr dichtem Drüsengewebe ist das Mammographie-Bild manchmal schwer beurteilbar. Besonders dichtes Brustdrüsengewebe haben außerdem viele Frauen, die die "Pille" zur Empfängnisverhütung einnehmen, oder Frauen, die eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden anwenden. Dies kann die Genauigkeit und Empfindlichkeit einer Mammographie stören, daher ist hier eine ergänzende Mammasonographie erforderlich.

 

Stellt die Strahlenbelastung durch die Mammographie ein Risiko dar?
Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung und damit auch mit einer gewissen Strahlenbelastung verbunden. Bei Verwendung moderner Geräte und mit den heute üblichen Verfahren zur Sicherstellung der Qualität ist diese Strahlenbelastung jedoch gering: Die mittlere Dosis im Brustgewebe beträgt etwa 0,2 bis 0,3 Milli-Sievert (mSv).
Zum Vergleich kann man sich an der natürlichen Strahlung orientieren, die aus dem Weltraum, aus Gesteinen und natürlich vorkommenden Gasen stammt. In Deutschland erreicht die natürliche radioaktive Strahlung laut Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (http://www.bfs.de/) pro Jahr im Durchschnitt etwa 2,1 mSv. In einzelnen Gebieten kann dieser Wert auch wesentlich höher sein. In Gebirgsregionen etwa ist die Strahlenbelastung von vornherein größer.
Die durchschnittliche Strahlenbelastung einer Mammographieuntersuchung entspricht damit etwa einem Zehntel der durchschnittlichen natürlichen Strahlenbelastung pro Jahr, wobei diese den ganzen Körper betrifft, die Röntgenstrahlung bei der Mammographie aber nur das Brustgewebe. Diese vergleichsweise geringe Strahlenbelastung durch die Mammographie steht in keinem Verhältnis zu dem Risiko, bei Verzicht auf die Untersuchung eine etwaige Krebserkrankung nicht oder zu spät zu erkennen.

 

Mammographie: So wird die Röntgenuntersuchung der Brust durchgeführt
Die Mammographie wird heute in Deutschland nur von Ärzten und Röntgenassistenten durchgeführt, die eine besondere Ausbildung und Qualifikation nachweisen können. Wie die Untersuchung abläuft, ist im Großen und Ganzen standardisiert.  

Wie läuft die Mammographie ab?
Vor der Untersuchung empfehlen Fachleute, auf Deos und Cremes im Brust- und Achselbereich zu verzichten: Diese Körperpflegemittel können je nach Zusammensetzung einen in der Röntgenaufnahme sichtbaren Film auf der Haut hinterlassen.
Für die Untersuchung muss der Oberkörper frei gemacht werden, es empfiehlt sich also Kleidung, die sich leicht ablegen lässt.
Zur Untersuchung tritt die Frau vor das Mammographie-Gerät, in der Regel wird die Aufnahme im Stehen gemacht.
Die Brust wird zwischen zwei strahlendurchlässigen Plexiglasscheiben möglichst flach zusammengedrückt. Abhängig von der Beschaffenheit der Brust wird dies von Frauen gelegentlich als unangenehm oder auch etwas schmerzhaft empfunden. Je flacher die Brust zusammengedrückt wird, desto aussagekräftiger ist allerdings das Röntgenbild. Es werden jeweils zwei Aufnahmen angefertigt, einmal von oben nach unten und einmal schräg von der Mitte her zur Seite. Dadurch entstehen zweidimensionale Schwarzweißbilder vom Brustgewebe. Durch den Abgleich der beiden Bilder kann der Arzt sich einen räumlichen Eindruck von der Lage einzelner Strukturen, auch möglicher Veränderungen, in der Brust verschaffen

 

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Mammographie?
Der beste Zeitpunkt für eine Mammographie wäre theoretisch während der Periode oder in der ersten Woche danach. In dieser Zeit ist der Flüssigkeitsgehalt der Brust am geringsten. Dann ist die Mammographie am besten beurteilbar.
Ist eine Frau wegen eines Knotens oder anderer Veränderungen beunruhigt, kann die Untersuchung aber zu jedem beliebigen Zeitpunkt vorgenommen werden. Für Frauen nach der Menopause ist der Zeitpunkt unwesentlich.
Falls Hormone zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden oder die "Pille" zur Empfängnisverhütung eingenommen werden, kann die Beurteilung allerdings erschwert sein, weil das Brustdrüsengewebe durch die Hormoneinwirkung dichter ist. Der Frauenarzt berät darüber, ob es sinnvoll ist, die Arzneimittel im Monat der Untersuchung abzusetzen.