Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Definition

Unter Gebärmutterhalskrebs versteht man eine bösartige Neubildung des Gewebes am scheidennahen Ende der Gebärmutter.
Häufigkeit, Symptome, Ursachen

Derzeit erkranken in Deutschland jährlich ca. 6200 Frauen (14 pro 100.000 Frauen) an einem Zervixkarzinom. Das mittlere Alter bei Erstdiagnose liegt bei 52,2 Jahren.


Im Anfangsstadium des Gebärmutterhalskrebses fehlen oft eine entsprechende Anzeichen. Erst wenn der Tumor relativ groß ist, können unregelmäßige Blutungen, insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr, eine starke Gewichtsabnahme, ein übel riechender blutiger Ausfluss oder unklare Bauch- und Kreuzschmerzen Hinweise auf ein länger bestehendes Zervixkarzinom sein.

Die wichtigste Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist eine lokale Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV). Die Übertragung der Viren erfolgt meist über ungeschützten Sexualkontakt. Einen 100%igen Schutz bietet die Benutzung von Kondomen nicht. Während HPV-6 und HPV-11-Viren Genitalwarzen hervorrufen, ist HPV-16, -18 und -45 für die Entstehung des Zervixkarzinoms verantwortlich. Kofaktoren wie das Rauchen,  zusätzliche Infektionen im Genitalbereich sowie das stark geschwächte Immunsystem begünstigen die Krebsentstehung. Nach der Infektion kann es sehr häufig zu einer Spontanheilung kommen.


Diagnose

Die Tastuntersuchung der Gebärmutter und die Spiegelung des Gebärmutterhalses ggfs. mit der Lupe (sog. Kolposkpie) erlaubt meist die Sicherung der Diagnose und des Stadiums. Verschiedene Methoden wie PAP-Abstrich, HPV-Testung, Dünnschichtzytologie und Nachweis der mRNA der Onkogene E6 und E7 tragen zur Verbesserung der Früherkennung bei. 

 

Therapie

Die radikale Gebärmutterentfernung unter Mitnahme der dazu gehörenden (lokoregionären) Lymphknoten wird in frühen Stadien empfohlen (sog. Wertheim-Meigs-Operation). BeimVorliegen bestimmter Risiken wie z.B. fortgeschrittenes Stadium oder Lymphknotenbefall etc. muss gelegentlich eine zusätzliche Strahlentherapie durchgeführt werden. In den sehr frühen Stadien ist bei jungen Frauen mit noch bestehendem Kinderwunsch unter Umständen eine organerhaltende Operation möglich. Bei Organüberschreitendem Wachstum ist die Bestrahlung mit gleichzeitige Chemotherapie die Methode der Wahl.

 

Vorbeugung

Neben der Vermeidung von genitaler Infektion mit humanen Papillomaviren spielt die prophylaktische Impfung gegen Papillomaviren eine zunehmend wichtige Rolle. Seit Herbst 2006 steht in Deutschland eine vorbeugende Impfung zur Verfügung, die für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren generell empfohlen wird. Generell kann bei allen Frauen mit Sexualkontakt, bei denen das HPV-Testergebnis negativ ist, eine vorbeugende Impfung gegen eine HPV-Infektion empfohlen werden. Durch diese Impfung ist ein Rückgang der Zahl der Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs um ca. 70% zu erwarten.

Einen 100% Schutz bietet die Impfung leider nicht, so dass eine regelmäßige Teilnahme an den Krebsvorsorgeuntersuchungen weiterhin erforderlich ist.